Erlebnisse eines Katers namens "Füchsli", der sein erstes Lebensjahr im Wallis verbrachte und dann 14 Jahre lang im Aargau lebte.

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Kapitel 3/9

Mein Dosenöffner hat sicher meiner Schmusefreundin von der Rutschpartie im Treppenhaus erzählt.Am nächsten Tag, als sie nach Hause kam, wartete ich wieder bei der Wohnungstür. Die Türe ging ganz langsam auf und ihre Hand drückte mich sanft auf den Boden und begann sofort, mich unter dem Kinn zu streicheln. Das fand  ich so klasse, dass ich ganz vergessen habe, dass ich eigentlich auf Entdeckungsreise wollte. Seit diesem Tag warte ich zwar immer noch bei der Tür, aber wenn diese aufgeht, lege ich mich sofort hin und ich werde gestreichelt. Die Zweibeiner denken, sie haben mich überlistet, denn ich springe ja nicht mehr hinaus. Aber ich glaube, es ist eher umgekehrt, denn auf diese Art bekomme ich jetzt immer zusätzliche Streicheleinheiten. Jedenfalls sind wir alle zufrieden mit dieser Lösung.

Dann kam einer meiner schlimmsten Tage in meinem jungen Katzenleben. Ich wurde nicht nur nass von oben bis unten, alles war verklebt und gejuckt hat's mich auch überall. Und zum ganzen Unglück war der Dosenöffner noch so richtig böse mit meiner Schmusefreundin. Dabei war sie total unschuldig, denn ich habe mit meiner unbändigen Neugier dieses "Bad" heraufbeschworen.
Die Schmusefreundin schüttete WC-Reiniger in das Menschen-WC und schrubbte mit der Bürste die Schüssel. Das Wasser rauschte und die Bürste machte so ein unbekanntes Geräusch. Ich sass unten zwischen ihren Beinen und konnte von der ganzen interessanten Sache überhaupt nichts sehen, denn für mich kleinen Knirps war das viel zu hoch. Schliesslich übermannte mich der "Gwunder", ich nahm Anlauf und meine ganze Kraft zusammen und sprang ins Ungewisse. Schwupp, landete ich in einer blauen schäumenden Flüssigkeit und dachte, jetzt ist es aus mit dem Füchsli.
Die rettende Hand meiner Schmusefreundin zog mich raus und schrubbte mich gleich unter fliessendem Wasser ab. Mein Dosenöffner kam vom anderen Ende der Wohnung angerannt, schimpfte ganz fürchterlich auf schwyzerdütsch und tupfte mich dann mit einem weichen sauberen Frottiertuch ab. Also, das Herz schlug mir wirklich bis zum Hals und ich habe mir geschworen, nie mehr so ins Ungewisse zu springen. Dieser Vorsatz war aber bald wieder vergessen.
Die nächsten paar Stunden wurde ich ganz genau beobachtet, sobald ich irgendwo schleckte oder mit der Pfote über die Augen strich, kam gleich einer von den Beiden angesprungen und hat diese Stelle dann ganz genau geprüft. Sie hatten halt Angst, es ist etwas zurückgeblieben von dem scharfen Zeug. Es war aber alles in Ordnung, ich war wieder trocken und gejuckt hat's mich auch nicht mehr. Allerdings musste ich dann noch viel "arbeiten", um mit der Zunge alle meine vielen Katzenhaare in die richtige Lage zu bringen, denn die waren ja durch das abreiben mit dem Tuch ganz durcheinander. Und ein so eitler Kater, der ich nun mal war, konnte ich das natürlich nicht so sein lassen.