Erlebnisse eines Katers namens "Füchsli", der sein erstes Lebensjahr im Wallis verbrachte und dann 14 Jahre lang im Aargau lebte.

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Kapitel 2/9
Wenn ich gewusst hätte, was an meinem ersten  1. August alles passiert, hätte ich mir die Ohren zugestopft und hätte durchgeschlafen. Es wurde schon langsam dunkel und der Dosenöffner sass mit meiner Schmusefreundin auf dem Balkon und ich lag zusammengerollt in der Balkonecke. Plötzlich gab es einen fürchterlichen Knall in der Luft und es zischte so und ich dachte schon, mir platzen die Ohren. Mein Dosenöffner nahm mich auf den Arm, streichelte mich und brachte mich ins hinterste Zimmer der Wohnung und blieb noch ein wenig bei mir. Dann ging er wieder auf den Balkon und ich versuchte, zusammengerollt etwas zu schlafen. Plötzlich wieder diese Knallerei und vor lauter Schreck sprang ich in die Küche und pinkelte auf den Boden. Au weia, das wird ein Donnerwetter geben. Aber ich habe mich zu Tode erschreckt und deshalb meine gute Erziehung total vergessen von wegen Katzenkistli. Meine Schmusefreundin hatte aber Verständnis für das Malheur. In all den folgenden Jahren waren bei uns dann am 1. August alle Fenster geschlossen, es war schön dunkel, leise und ruhige Musik, und so habe ich die Knallerei immer einigermassen gut überstanden.
Zur Erklärung für alle "Nichtschweizer": der 1. August ist der Nationalfeiertag, da gibt es überall Feuerwerke.


Heute habe ich Weitsprung geübt, das heisst, zuerst habe ich "geschossen".Es war gar nicht so einfach, mit der Pfote die Zeitung vom Tisch zu schupsen, denn die Zeitung ist ja viieel grösser als ich. Endlich flatterte das weisse Ding auf den Boden und ich sprang hinterher. Ich legte mich vor die Zeitung und wartete darauf, dass sich dieses Ding bewegt und mit mir spielt. Da bewegte sich aber gar nichts und ich wollte diesem faulen Stück zeigen, dass ich das langweilig finde und so nahm ich einen kleinen Anlauf und sprang mitten auf das Ding. Bevor ich wusste, was mir geschah, rutschte dieses Ding mit mir auf dem Steinboden, bis es vom Stuhlbein aufgehalten wurde. Ich war so wütend, dass ich mit den Vorderpfoten auf das Ding schlug und es gab lauter kleine Löcher. Mein Dosenöffner hatte keine so grosse Freude daran, denn wegen der Löcher fehlten viele Buchstaben, die er jetzt nicht mehr lesen konnte. Das war mir aber wirklich egal, denn ich fand das lustig und aufregend.

Ich weiss zwar nicht, wie das funktioniert, aber wenn mein Dosenöffner im Parterre in den Aufzug einsteigt, um in den 5. Stock zu fahren, dann spüre ich das irgendwie. Also setzte ich mich zur Wohnungstür und wartete schon, ich wollte nämlich diesmal die Gelegenheit nützen, um zwischen den Beinen nach draussen zu schlüpfen. Da  draussen gibt es wahrscheinlich viel zu entdecken und ich bin sicher schneller als er. Er kam und ich flitzte hinaus, rutschte auf dem Steinboden aus und einige Tritte hinunter. Mein Dosenöffner sprang hinterher und ich war richtig froh, als er mich in die Wohnung brachte, denn ich hatte einen grossen Schreck und so richtig  Herzklopfen. Aber auf alle Fälle muss ich das unbedingt noch einmal versuchen, aber einfach etwas vorsichtiger.